Lektion in Unusability und “Placebo forte!”

es ist schonwieder soweit – mein Herr Brötchengeber zeigt mir wie man Software so baut das selbst er damit arbeiten kann, was man dann Usability nennt (zumindest er).

Begriffe wie Ganze Zahl und Komma Zahl sind scheinbar zu “Technisch”.

Aber warum sollte jemand 7,9 Artikel Pro Seite auflisten wollen?! oder die “,00″ an ein Float manuell hinzufügen wollen?!
Das ist nicht genug – es muss natürlich noch ein Beispiel dazu:
Bisher:
Artikel Pro Seite [_________] (Ganze Zahl)
Versandkosten [_________] (Komma Zahl)

Jetzt:
Artikel Pro Seite [_________] z.B. 1 2 3 4 oder 5
Versandkosten [_________] z.B. 5,90 28,82 oder 92,00

- Ein gewisser “Wartungs-Assistent” der zum Manuellen löschen von Cache-Elementen ist -
überfordert den Kunden ja auch – wie ich in Zukunft den Cache lösche – ach egal der Kunde checkts
nicht, also weg damit.

- Ein anderer, der “Protokoll-Assistent” wurde vom Kunden nicht bezahlt und wird deshalb
ausgeblendet. Ich frag mich nur warum – es war 0 Aufwand den Assistenten mit zu kopieren, er ist
quasi immer mit dabei – jetzt darf ich das Teil aus dem System extra für diesen Kunden rausbauen!

- Achja das “Newsletter-Modul” das auch immer dabei ist muss auch noch raus – wurde dem Kunden
auch nicht verkauft – also darf er es auch nicht benutzen.

Wir verkaufen Schlangenöl, das ist meine neuste Entdeckung. Es fällt mir immer schwerer mich mit der Firma / unseren Produkten zu identifizieren. Wie auch? Wenn es mehr auf irgendwelche Verpackung als auf Funktion / Benutzerfreundlichkeit ankommt. Die einzige Benutzerfreundlichkeit die unsere Produkte haben ist die “der Chef sagt so ist es besser”.

Die “der Chef sagt so ist es besser” Unsability beinhaltet z.B.:
- Ein “Ihre Suche hat keine Ergebnisse” Popup das man mit Klick auf “OK” bestätigen muss.
(Ein kleiner Text über der Suchmaske verkauft sich nicht so gut!)
- Ein “Speichern Erfolgreich” Popup das man ebenso “wegklicken” muss.
(Meiner Meinung total überflüssig…)
- Ein “Datei hochladen” Button im “Speichern unter” Dialog
(Ich weis echt nicht wie man auf sowas kommt…)
- Eine Suche nach “Artikelnummer” und “Volltextsuche”
(Beide machen Exakt das gleiche)

So eine Firmenpolitik! – also ich würd nicht gerne unser Kunde sein.

Vor kurzen hatte ich noch eine Diskusion zum Thema “unsere Software soll einen Stand bekommen” – scheinbar ist das jetzt nicht mehr aktuell.

Btw. Bugfixing kostet jetzt Geld ebenso “Mein E-Mail geht nicht” Support, wir sind ein toller Dienstleister!

Und ich mach hier scheinbar keine Programmierarbeit sondern presse Schlangenöl, *enttäuscht*.

Ein glück das ich gerade eine Rauchen war.

2 Responses to “Lektion in Unusability und “Placebo forte!””

  1. CoffeeBreak Says:

    on work atmosphere…

    I don't have a lot of experience working yet — however I noticed something that does have a huge impact on my work regarding efficiency, quality and my motivation: the atmosphere at my workplace.

  2. User links about "lektion" on iLinkShare Says:

    [...] links | iLinkShare 2 votesRussian Institute – Lektion 8>> saved by StarCountess 1 days ago1 votesLektion in Unusability und “Placebo forte!”>> saved by jayro57 2 days ago3 votesLektion 12: Online-Anwendungen>> saved by lowellk 6 days ago2 [...]

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