This used to be a Funhouse

Gestern Vormittag ruft ein Kunde an!!!!! (Insider)
Er hätte gerne seine FTP-Zugangsdaten für seinen Shop.
Nunja, Kunde ist König – ich gebe ihm die Zugangsdaten und Frage
warum er diese denn jetzt braucht. Bisher hat Ihm ja der CMS-Zugang gereicht.
Sagt er: “[SEO-Agentur] übernimmt jetzt die Suchmaschinen Sachen
Bin mal gespannt was die da hochladen bzw. ändern wollen …
Laut der Leistungs Beschreibung der “SEO-Jungs” machen die sowas wie

  • Spam-Comments
  • versteckte Texte
  • Doorway Seiten
  • irgend welche JS Kacke

Werde mir das Script dass die einbauen wollen mal anschauen. Der Shop selber hat schon viele Suchmaschinenoptimierungs-Geschichten von daher frag ich mich was die neben dem ganzen Illegalen-Mist noch so machen wollen.
Garantie vom Shop ist damit natürlich weg…


Für einen anderen / neuen Kunden der über die Telekom vermittelt wurde soll ein Angebot über einen “Shop” erstellt werden. Natürlich dürfen wir keinen Kontakt zum Kunden haben weil es eine Ausschreibung der Telekom ist und wir den Auftrag noch nicht haben (warum auch immer). Vom der Telekom erreicht uns also ein ca. 5-6 Seiten großes PDF. Dort ist drauf:
  • eine Artikel-Liste des Kunden
  • eine Teile-Liste des Kunden
  • eine “Keyword-Liste” für die Website
  • 5 Links
  • ein Link mit der Bemerkung – “So soll es mal sein
  • eine alte Rechnung – “So sind unsere Rechnungen

Auf der “so soll es sein”-Webseite ist ein selbstgebauter “Shop” in dem man einen Artikel mit bestimmten Teilen verbinden kann. Zu diesen Teilen kann man dann noch so Sachen wie “Länge in Millimeter” in einer Textbox angeben und Farbe aus einer Dropdown wählen. Was dann irgendwie mit m² und Menge/Farbe usw… einen Preis berechnet. Oder so Fehler sagt wie:
Der Artikel X kann mit dem Teil Y in der Höhe Z nicht mit dem Teil XX in Farbe XY bestellt werden, verwenden Sie Artikel XZ.

Wie zur hölle soll ich jetzt den Aufwand schätzen wenn ich keine Ahnung habe was dort alles für Sonderregeln / Features vorhanden sein sollen?
Alles durchklicken aufschreiben und zurückrechnen um auf die Logik zu kommen?
Mal abgesehen davon das es nicht mal einen richtigen Text gibt auf dem Beschrieben wird wie sich dieser Preis berechnet.
Und wer ist schuld wenn etwas nicht so läuft wie es der Kunde gedacht / geschrieben hat?
Das Projekt ist aufjedenfall (mal wieder) eine Griff ins Klo…


Dann kommt garantiert wieder so Zeug wie:
Die Programmierer machen was sie wollen und hören nie zu!
Wir wollen euch auch nicht zuhören – ihr redet ja auch nur Vertriebler-Dau-Shit.
Lernt endlich das ihr Programmierer nicht mit unqualifiziertem pseudo Stuss vollmüllen sollt – da kann nix bei rauskommen wenn der – der euer Zeuch bauen soll – keine Ahnung hat was ihr wollt. Ich erzähl euch auch nicht wie ihr was zu verkaufen habt!
Wenn ich sage das geht so nicht/schlecht/anders besser dann hat es einen Grund
- auch wenn Ihr den Grund nicht versteht ist das Problem immer noch da.
Jede euch noch so klein oder unwichtig erscheinende Änderung kann später zu einem gigantischem Hype werden – den Ihr bezahlt – wenn wir vorher davon nichts mitbekommen haben.
Mein Chef fängt dann ja immer an mit “Sie denken zu kompliziert” – was natürlich mir nur sagt – er versteht das Problem nicht.
Nicht hilfreich, weder für den Kunden noch für die Firma.

Ein anderer Kunde hat einen Shop von uns erhalten – vorher hatte er einen Demo-Zugang und eine CMS-Schulung. Dann wurde sein Shop umgesetzt, sprich die Templates gebaut. Dann sind einige Sonderwünsche aufgekommen
  • 3% Aufpreis bei Paypal
  • Banner überall auf der Seite
  • usw…

Nichts was man durch Änderungen im Template nicht hinbekommen hätte.
Dann war der Shop endlich fertig und online.
Aufeinmal fragt der Kunde nach: “Wo ist denn das Feature X und Y?
Darauf haben wir festgestellt das der Kunde davon ausgegangen ist das alle Features seiner alten Seite auch im neuen Shop gehen.
Nachdem man etwas bestellt hat gab es noch die Möglichkeit eine IMEI und eine Tracking Numme einzugeben. Der Shop den wir dem Kunden gezeigt haben (und den er auch “getestet” hat) hat nach dem “Jetzt Bestellen” keine weitere Funktion – sprich PDF verschicken und fertig. Jetzt wollte der Kunde vom Kauf zurücktreten – also sollte ich zwei Aufwandseinschätzungen abgeben. Eine Pfusch Lösung und eine Richtige welche man auch weiter für andere Kunden verwenden kann. Es wurde (wundert wohl keinen) die Pfusch Lösung gekauft. Also sollte ich alles hardcodiert so in unseren Shop bauen – habe ich natürlich nicht. Also habe ich eine Konfiguration gebaut die beschreibt was man nach der Bestellung noch auf die Rechnung schreiben möchte.

Das war dann auch irgendwann fertig. Nachdem mein Azubi die Erweiterung dem Chef zeigte hat – hat er erstmal einen Anpfiff bekommen.
Warum das so lange gedauert hat und warum man denn nur eine Trackingnummer hinterlegen kann und nicht zu jedem bestelltem Artikel eine einzelne.
Es sei ja auch total logisch jeden Artikel einzeln zu verpackt und zu verschickt.

Der Stift hat natürlich gleich in der Konfiguration geändert – 2 Minuten war das Thema erledigt – Die erste Änderung die meine Entscheidung bestätigt
Dann hat sich der Kunde bei mir gemeldet:
Warum kann ich das so viele Trackingnummern angeben?
– Zweite Änderung die meine Entscheidung bestätigt
Wer hätt es gedacht …

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